Die Vorgeschichte


Am 02. 05. 1983 wurde die Arbeit in der Jugendwerkstatt ‚Sozialer Briefkasten’ Vechta aufgenommen.
Der Name ‚Sozialer Briefkasten’ geht auf diese Anfangszeit der Jugendwerkstatt zurück, als an verschiedenen Stellen in Vechta, meistens in der Nähe von Kirchen und Pfarrhäusern, tatsächlich ‚Briefkästen’ aufgestellt waren, in die hilfebedürftige Personen Aufträge für Tätigkeiten einwerfen konnte, die dann von Jugendlichen ausgeführt wurden – Hilfen bei Gartenarbeiten, Renovierungsarbeiten, Entrümpelungen, etc..
Aus diesen recht bescheidenen Anfängen – ein Pädagoge, 12 arbeitslose Jugendliche, eine leerstehende Hausmeisterwohnung, privates Werkzeug – entwickelte sich die Jugendwerkstatt, in der heute arbeitslose und benachteiligte junge Menschen unter Anleitung von erfahrenen Handwerkern und Pädagogen qualifiziert und gefördert werden.

Übrigens waren damals der konkrete Anlass zur Einrichtung der Jugendwerkstatt die hohe Jugendarbeitslosigkeit und der Lehrstellenmangel. Viele junge Menschen versuchten in ihrer Not, wenn auch keine Arbeit, so doch eine Beschäftigung im Rahmen des ‚Freiwilligen Sozialen Jahrs’ (FSJ), das vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) angeboten wurde, zu finden. Viele mussten abgewiesen werden, weil sie die Voraussetzungen nicht erfüllten und weil die Kapazitäten des FSJ ausgelastet waren.
Es entstand die Idee, in Zusammenarbeit mit dem damaligen Arbeitsamt, für diese arbeitslosen Jugendlichen übergangsweise eine Beschäftigungsmöglichkeit zu schaffen, um sie sich nicht selbst zu überlassen und ihnen eine sinnvolle und zielgerichtete Tätigkeit anzubieten.
Die Situation auf dm Arbeitsmarkt entspannte sich jedoch nicht für die jungen Arbeitssuchenden, sodass die Jugendwerkstatt quantitativ und qualitativ weiterentwickelt wurde.
Das Konzept der BDKJ Jugendwerkstatt ‚Sozialer Briefkasten’ konnte schließlich auf andere Orte im Oldenburger Münsterland und mit Hilfe katholischer Einrichtungen übertragen werden.
In der Folgezeit konnte der BDKJ, bzw. das Jugendförderwerk Vechta um diesen Kernbereich der Jugendwerkstatt immer wieder modellhaft Projekte initiieren, die ihren Beitrag zur Verbesserung der Lage arbeitsloser und benachteiligter Gruppen geleistet haben. Einige erfolgreiche Beispiele sollten nicht unerwähnt bleiben:


FöNiG (Förderung Nichtqualifizierter in Beruf und Gesellschaft) In diesem Projekt arbeiteten Maßnahme- und Projektträger, Vertreter der Wirtschaft, des Handwerks, der Gewerkschaften, der Wohlfahrtsverbände, des Arbeitsamtes, der Kommune, der Bildungswerke und Volkshochschulen sowie der Schulen zusammen, um die Koordination vorhandener Angebote und Maßnahmen zu verbessern und um innovative Konzeptionen zu entwickeln.
Projekt 39 (ein Wohnprojekt für junge Frauen) Das Wohnprojekt war eng verbunden mit der Jugendwerkstatt. Es bot eine von Sozialpädagogen begleitete Wohnmöglichkeit für junge Frauen, die in der Jugendwerkstatt beschäftigt waren.
Natur- und Umwelthof Das Ziel des Natur -und Umwelthofes war es, unter ökologischen und umweltschützenden Aspekten, Jugendliche und langzeitarbeitslose ältere Personen zusammenarbeiten zu lassen.
Zur schulischen Qualifizierung werden seit Jahren Hauptschulabschlusskurse durchgeführt.
,JoB' (Junge Frauen ohne Berufsausbildung) ,JoB' war ein Angebot für junge alleinerziehende Sozialhilfeempfängerinnen. Gemeinsam mit dem Arbeitsamt und dem Sozialamt sollte versucht werden, nach einer Vorbereitungsphase, junge Frauen in Betriebe zu vermitteln. Ziel war eine betriebliche Ausbildung bzw. ein unbefristeter Arbeitsplatz.
HWD (Hauswirtschaftliche Dienstleistungen) Hier arbeiten junge Frauen aus den zeitlich begrenzten Projekten des Trägers gemeinsam mit Älteren sozialversicherungspflichtig im hauswirtschaftlichen Dienstleistungsbereich.
SiJu (Schulpflichterfüllung in Jugendwerkstätten) Berufschulpflichtige ‚schulmüde’ Jugendliche können die Schulpflicht in unserer Jugendwerkstatt erfüllen.
Betriebliche Ausbildung Seit zehn Jahren ist das Jugendförderwerk anerkannter Ausbildungsbetrieb. Zurzeit wird in den Berufsbereichen Tischlerei und Kauffrau für Bürokommunikation ausgebildet. In erster Linie werden junge Menschen qualifiziert, die keine Ausbildungsstelle bekommen haben und die als Teilnehmer in der Jugendwerkstatt waren.

Das wesentliche Element der erfolgreichen Arbeit war und ist das über das Alltägliche hinausgehende Engagement und die Einsatzbereitschaft der Mitarbeiter in Hinsicht auf eine Verbesserung der Lage der arbeitslosen und benachteiligten jungen Menschen.


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