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FASD-Fachtagung gibt Integrationshelfern praxisnahe Tipps

Auf Einladung des Jugendförderwerkes Vechta e. V. gaben Dipl. Sozialarbeiter Ralf Neier, Therapeut und Leiter der Intensivwohngruppe Hof Seggert (FASD) sowie Dipl. Pädagogin Julia Kilp, Deeskalationstrainerin und Betreuerin in einer Intensivwohngruppe, praxisnahe Tipps im Umgang mit Kindern und Jugendlichen, die mit einer Fetalen Alkoholspektrum-Störung (FASD) geboren wurden.

In den vergangenen Jahren hat das Jugendförderwerk ein Konzept entwickelt, um zunächst Kinder mit Asperger Autismus an Schulen zu begleiten. Heute betreuen 50 speziell geschulte Integrationshelferinnen und -helfer 50 Kinder und Jugendliche in den Landkreisen Vechta, Cloppenburg, Emden, Bremen, Diepholz, Osnabrück mit unterschiedlichen Formen des Autismus, sozialemotionalen Krankheitsbildern und seit zwei Jahren verstärkt auch FASD-Kinder.

Alkoholkonsum in der Schwangerschaft ist laut Studien die häufigste Ursache für nicht genetisch bedingte Behinderungen. Unter den Teilnehmern der FASD-Fachtagung in der Katholischen Akademie Stapelfeld waren neben Integrationshelferinnen und -helfer des Jugendförderwerkes Vechta auch Eltern, Pädagogen und Sozialarbeiter.

Viele FASD-Kinder werden in Pflegefamilien sowie in der stationären Jugendhilfe betreut und brauchen von Anfang an eine besondere Fürsorge, Aufsicht sowie vielfältige Hilfen im medizinischen, psychologischen und pädagogischen Bereich. Die Kinder haben in Bezug auf Unterrichtsmethode, Klassenraumgestaltung und Ablaufstrukturen besondere Bedürfnisse, betonten die Referenten. Im Fachforum berichteten Ralf Neier und Julia Kilp unter dem Motto „Täglich grüßt das Murmeltier“ aus ihren Erfahrungen aus der stationären Jugendhilfe und stellten Unterstützungs- und Fördermöglichkeiten für die Betroffenen vor.

Die betroffenen Kinder haben ein gestörtes Nähe-Distanz-Verständnis und haben oft Schwierigkeiten, das Verhalten, die Gestik und Mimik ihrer Mitmenschen richtig zu deuten. Hinzukommen häufig Orientierungsprobleme, Beeinträchtigungen des Kurzzeitgedächtnisses und der Konzentrationsfähigkeit. Daher sind die betroffenen Kinder auf eine besondere Fürsorge sowie auf klar geregelte Strukturen mit eindeutigen Regeln und Grenzen in ihrem alltäglichen Lebens- und Schulumfeld angewiesen. So geben unteranderem ein geregelter Tagesablauf, feste Sitzplätze sowie ein übersichtlich und reizarm gestalteten Klassenraum den Betroffenen Sicherheit, Beständigkeit und die Möglichkeit, sich zu konzentrieren.

„Diese Kinder sind impulsiv, unruhig und können ihr Verhalten oft nicht reflektieren. Daher sind sie auf eine intensive Betreuung angewiesen“, erklärt Dipl. Sozialpädagogin Christina Zerhusen vom Jugendförderwerk Vechta, die die Fachtagung gemeinsam mit Martina Klöker, Pädagogische Mitarbeiterin und Erzieherin, organisiert hat. Sie dankte den anwesenden Integrationshelferinnen für „ihren ganz persönlichen Einsatz mit diesen besonderen Kindern, der uns auch manchmal an unsere Grenzen bringt und Tränen kosten kann“.

Das Jugendförderwerk Vechta e. V. wurde 1977 auf Initiative des "Bundes der Deutschen Katholischen Jugend" (BDKJ), Landesverband Oldenburg, mit dem Ziel gegründet, die kirchliche Jugendarbeit im Offizialatsbezirk Oldenburg zu unterstützen und zu fördern. Das Jugendförderwerk hat es sich zum Ziel gesetzt, durch Angebote, Projekte und Maßnahmen in der Jugendberufshilfe den Betroffenen eine Integration ins Berufsleben sowie eine Teilhabe in allen gesellschaftlichen Bereichen zu ermöglichen. Im Sinne eines ganzheitlichen Förderansatzes sollen die Jugendlichen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung unterstützt werden und Hilfen zur psychosozialen Stabilisierung erhalten.

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